Der Bildungsmonitor 2008 - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Rheinland-Pfalz Platz 5
Rheinland-Pfalz verbessert sich auf Rang 5
Große Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit +++ Stärken: Schulqualität, Internationalisierung und Integration ++ Schwäche: Forschungsorientierung +++ Große Verbesserung gegenüber dem Vorjahr
Berlin
. Rheinland-Pfalz belegt Rang 5 im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2011 hervor. Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und mehr als 100 Indikatoren, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit erzielt.
Rheinland-Pfalz schneidet in den meisten der 13 untersuchten Handlungsfelder gut ab und liegt nah am Bundesdurchschnitt. Eine Stärke besteht in der Schulqualität mit einem vierten Platz. Überdurchschnittliche Ergebnisse werden ferner bei der Internationalisierung und der Integration erreicht. Der größte Verbesserungsbedarf im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist in der Forschungsorientierung der Hochschulen festzustellen.
Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit sind Fortschritte in Rheinland-Pfalz erzielt worden. Im Jahr 2000 standen pro Schüler weniger Ganztagsplätze und Lehrer an Grundschulen zur Verfügung als heute. Der Anteil der Schulabbrecher war im Jahr 2000 höher, ebenso der Anteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsreife. Bei den Abschlussprüfungen der Berufsausbildung scheiterte in 2000 ein höherer Anteil an jungen Menschen als heute und ein geringerer Anteil erreichte an beruflichen Schulen eine Zugangsberechtigung zu den Hochschulen. Die Verbesserungen der Quoten führen bezogen auf heutige Schülerzahlen zu folgenden rechnerischen Effekten: ein Plus von 24.400 Ganztagsplätzen und 1.550 Lehrern an Grundschulen, zusätzlich 2.450 Jugendliche mit Ausbildungsreife und 1.350 Schüler mit einem Schulabschluss und zusätzlich 1.200 erfolgreiche Prüfungen in der dualen Ausbildung und 2.600 Abiturienten an beruflichen Schulen.
Fortschritte im Bildungssystem haben in den letzten Jahren auch zu einer Stärkung der Wachstumskräfte im Land beigetragen. Seit dem Jahr 2000 haben rund 15.000 Jungakademiker mehr die Hochschulen in Rheinland-Pfalz verlassen, als unter der damaligen Absolventenquote zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzliche Ausbildungs- leistung der Hochschulen geht mit einem jährlichen Wachstumsbeitrag von knapp 230 Millionen Euro einher.
Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg bilden das Spitzentrio im Bildungsmonitor 2011. Dahinter folgen Bayern und Rheinland-Pfalz. Die übrigen 11 Bundesländer liegen eng beieinander. Gegenüber dem Bildungsmonitor 2010 haben sich Mecklenburg-Vorpommern (+5,4 Punkte), Thüringen (+4,1), Berlin (+3,7), Rheinland-Pfalz (+3,2), NRW (+3,1) und Hessen (+3,0) besonders stark verbessert. Trotz aller Fortschritte bleibt die weitere Reduzierung von Bildungsarmut die zentrale Aufgabe für die Politik. Bildung entscheidet stärker denn je über Perspektiven in einer Gesellschaft und die Förderung jedes einzelnen Talents ist wichtig, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.
Zu einzelnen bildungspolitischen Handlungsfeldern in Rheinland-Pfalz:
Schulqualität (BM 2011: 4. Platz):
Die Schulqualität hat sich in Rheinland-Pfalz seit dem ersten Bildungsmonitor deutlich verbessert. Bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2009 konnte Rheinland-Pfalz ebenfalls relativ gute Werte aufweisen. Die Neuntklässler waren kompetenter als in vielen anderen Bundesländern beim Lesen und Hörverständnis in Englisch. Auch in früheren PISA- Tests konnte Rheinland-Pfalz im Vorderfeld der Bundesländer abschneiden.
Berufliche Bildung (BM 2011: 4. Platz):
Im Jahr 2009 standen rechnerisch für 59,9 Prozent eines entsprechenden Altersjahrgangs betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung (Bundesdurchschnitt: 59,5 Prozent). Ein Anteil nah am Bundesdurchschnitt schloss die Abschlussprüfungen in der dualen Ausbildung im Jahr 2009 erfolgreich ab. Bei den Einstiegsqualifizierungen für Jugendliche bestand im Jahr 2009 – gemessen an der Größe der Alterskohorte – das zweithöchste Angebot in Deutschland (RP: 3,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 2,3 Prozent).
Integration (BM 2011: 7. Platz):
Im Handlungsfeld Integration erreicht Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Bewertungen. Die soziale Herkunft der Schüler beeinflusste bei der Überprüfung der Bildungsstandards im Jahr 2009 in durchschnittlichem Maße die Leseergebnisse der Kinder. Mit 13,6 Prozent war der Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Abschluss geringer als im Bundesdurchschnitt (13,8 Prozent). Die Trend ist stark positiv: Im Jahr 2000 betrug die Abbrecherquote unter ausländischen Schulabsolventen noch 25,2 Prozent (Bundesdurchschnitt 2000: 19,9 Prozent).
Internationalisierung (BM 2011: 9. Platz)
Alle Grundschüler in Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2009 in Fremdsprachen unterrichtet - der Bestwert in Deutschland (Durchschnitt: 69,1 Prozent). Bei Berufsschulen hingegen wies Rheinland-Pfalz mit 16,7 Prozent den geringsten Anteil an Schülern mit Fremdsprachenunterricht auf (Durchschnitt: 31,2 Prozent). An den Hochschulen gibt es ebenso ein gemischtes Bild: der Anteil der Bildungsausländer an allen Studierenden war im Jahr 2009 unterdurchschnittlich (RP: 7,8 Prozent; Bundesdurchschnitt: 8,8 Prozent), die Zahl der Hochschulkooperationen je Hochschule liegt im Jahr 2011 mit 68,3 über dem Bundesdurchschnitt (58,4).
Forschungsorientierung (BM 2011: 16. Platz):
Die Hochschulen in Rheinland-Pfalz sind im nationalen Vergleich eher forschungsschwach. Das Volumen der eingeworbenen Drittmittel (ohne medizinische Einrichtungen) war im Jahr 2009 mit 108,7 Mio. Euro gemessen an der Größe des Bundeslandes und der Zahl der Professoren gering. Die Drittmittel nahmen gegenüber dem Jahr 2000 mit 39 Prozent von allen Bundesländern am geringsten zu. Nur 2,3 Habilationsverfahren gemessen pro 100 Professoren wurden im Jahr 2009 abgeschlossen (Bundesdurchschnitt: 4,6) - die zweitniedrigste Quote aller Bundesländer.
Das vollständige Profil als PDF-Download
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